Corona und Politik – Politik und Corona

„Corona“ oder „Covid19“ ist eine Atemwegserkrankung bei Menschen, die durch Aerosole übertragen wird. Körperliche Nähe ist dafür nicht notwenig, eine Abstandsunterschreitung von 1m kann ausreichen für eine Infektion. Die Krankheit kann von symptomfreier Infektion über Atemlähmung bis hin zum Tod verlaufen, also völlig asymptomatisch. Diese bizarre Uneinheitlichkeit desKrankheitsverlaufes von „Covid19“ führt zu völlig unterschiedlichen Bewertungen durch völlig unterschiedlicher Experten und Gruppierungen. Die diagnostische Divergenz reicht von Leugnern über Querdenker bis zu streitenden Virologen, wobei Ärzte in allen Gruppierungen auftauchen.

Im italienischen Bergamo hat im Frühjahr die Armee den massenhaften Abtransport von Covid-Toten übernehmen müssen, Spanien hat einen 3-monatigen Total-Lockdown verhängt, in Texas stapeln derzeit Häftlinge die Leichen der Covid-Toten. In Deutschland füllen sich im Herbst nach einem vergleichsweise glimpflichen Verlauf bis zum Sommer nun die Intensivstationen der Krankenhäuser mit hoher Dynamik.

Was kann, soll, muss und darf „die“ Politik hierzulande tun? 16 Ministerpräsidenten, ein Gesundheitsminister, ein Wirtschaftsminister, ein Vizekanzler und eine Kanzlerin, womit die wesentlichen Entscheidungsträger genannt sein dürften? Ihnen gemeinsam ist: eine weltweite Pandemie hat noch niemand von ihnen bisher bekämpft. Also agieren sie mit variablem Wissen innerhalb eines föderalen Systems gegen eine dynamisch-progressive, unbekannte Krankheit. Und diese Uneinheitlichkeit, diese inhaltliche Divergenz spiegelt sich quer in allen und durch alle Fraktionen des Deutschen Bundestages.

Daraus ergeben sich Fragen. Fragen nach Freiheiten, nach Kompetenzen, nach Wissen, nach Maßnahmen, nach Intelligenz. Nach Vertrauen.

Die einzige Politikerin(weltweit), die bei der Bewältigung der Pandemie keine Rücksicht (mehr) auf Wähler, Karriere oder Seilschaften nehmen muss, dafür auf ihre naturwissenschaftliche Provenienz bauen kann, ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie schielt nicht auf Wahlen und Zustimmung. Sie konzentriert sich auf das Notwendige. Das hat Konsequenzen für Entscheidungswege, Maßnahmen und Kommunikation. Und dieser Komplex muss nicht immer Jedem Gefallen, gefällt auch nicht jedem.

Aber jeder sollte sich fragen: was würde ich anders machen? Welche Maßnahmen zur „Corona“-Bekämpfung wären besser abgefedert oder willkommener? Und wären diese auch besser, nur weil siewillkommener wären?

An diesem Wochenende des 14.11. 2020 haben „Hacker“ vor der Abstimmung der MdB‘s über das neue Infektionsschutzgesetz tausende Spam-Mails abgesetzt und die digitale Kommunikation des Bundestages massiv erschwert, fast lahmgelegt. Für den kommenden Mittwoch, 18.11., warnt das LKA vor tätlichen Angriffen auf den Deutschen Bundestag aus einer „Querdenker“-Demonstration heraus.

Die Frage ist, was wissen diese Hacker und diese Demonstranten besser oder mehr als forschende Experten und die Politiker? Oder was glauben sie besser oder mehr zu wissen? Diese bizarre Gemengelage aus selbsternannten Experten, selbstverliebten Meinungsmachern und selbstbezogenen Realitätsverweigerern wird sich fortsetzen bis zu der in Sichtweite befindlichen Impfung gegen „Covid19“.

Jedem ist zu wünschen, gesund zu bleiben, wenn schon nicht mental, dann wenigstens in körperlicher Hinsicht. Diese Krankheit hat mir Freunde und Bekannte genommen, die Folgen für Überlebende sind gravierend beeinträchtigend.

Die Pandemie ist zu ernst für Glaubenskriege und Verschwörungstheorien.


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